Stadt selber machen

Fr 12 Oktober 2018

Wir als Bewohner*innen der Wasserstrasse 21-39 begrüssen die Stadt selber machen - Initiative und möchten an dieser Stelle auch einige Worte dazu beisteuern:

Die Häuser an der Wasserstrasse 21-37 sind nach einem jahrelangen Kampf gegen den Abriss in eine Genossenschaft überführt worden (um die Nr. 39 wird weiter gekämpft). Seit 2013 verwalten wir die Häuser selber. Das bedeutet unter anderem, dass die Mieten hier noch bezahlbar sind, Reparaturen und Renovationen in Eigenregie durchgeführt werden und alle Bewohner*innen in gleichem Masse mitbestimmen können. Das Ziel war und ist eine grösstmögliche Autonomie von den Zwängen des kapitalistischen Immobilienmarkts, in dem Verdrängungsprozesse an der Tagesordnung stehen. Doch sollten wir dabei nicht stehen bleiben! Mindestens ebenso wichtig ist das Anstreben eines diskriminierungsfreien Miteinanders – ohne Rassismus, Sexismus, Homo- und Transfeindlichkeit sowie andere Formen der Unterdrückung.

Die städtischen Autoritäten und private Investor*innen arbeiten beständig am Ausverkauf der Stadt, was für viele Menschen die Luft zum Atmen dünner macht. Es wird daher in der kommenden Zeit umso wichtiger, widerständige, selbst organisierte Orte zu schaffen, sie im Quartier zu verankern und zu verteidigen, wenn sie unter Beschuss geraten. Wir begrüssen daher ausdrücklich jede Bemühung solche Räume zu schaffen, sofern sie auf den Prinzipien der Solidarität, der Hierarchielosigkeit und der Selbstverwaltung beruht.

Orte wie die Wasserstrasse sollten aber nicht allein als Rückzugs- und Schutzorte dienen – quasi als Oasen in einem Quartier, aus dem Menschen mit geringem Einkommen und andere Prekarisierte nach und nach verdrängt werden.

Sie sollten Ausgangspunkt von Kämpfen gegen eben diese Entwicklung sein. Denn Gesetzesänderungen durch Initiativen können letztlich nur oberflächliche Veränderungen bewirken: Solange Wohnraum eine Ware ist und aus diesem grundlegenden menschlichen Bedürfnis Profit geschlagen wird, werden weder die Quartiere von ihren Bewohner*innen selber gestaltet, noch werden die zahlreichen Verdrängungsmechanismen aufgehalten werden können.

Deshalb: Organisieren wir den Widerstand von unten - gegen die Stadt der Reichen!

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